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Koffer gepackt

(Bildquelle: fertig-reisen.de)

Von Günter Stanienda

Der Freiluftprediger Kutte macht Pause.

Er fährt in sein zweites Zuhause:

nach Holland, ins Lubbe-Land –
durch Marinus van der Lubbe hat die halbe Welt gebrannt!
Nun will Kutte, auf der Suche nach historischen Papieren,
(mit Umweg über Franken) in der Uni-Stadt Leiden recherchieren.

Denn man ist nach all den Niederlagen und Siegen
beim Thema Wahrheit noch immer verschwiegen.

Hat der Maurergeselle Marinus aus Leiden den Reichstag angesteckt
oder hatten die Nazis mit ihm was bezweckt?
War es nur einer?
Warum gedenkt man nicht seiner?

Nun stand Kutte, ein bisschen wie „doof“,
am neuen Berliner Hauptbahnhof
und wollte reisen
mit der Bahn aus Eisen
und dachte,
mal sachte!

Wo kommt bloß die Meute
her der vielen Leute?
Verirrte?
Verwirrte?
Familien gebündelt,
ein Kind, das zündelt.
Fremde Physiognomien
suchen neue Kolonien.

Geheimnisträger!
Hoffnungsträger,
aber kein Kofferträger!
Elegante,
Arrogante.

Gottgesandte?
Wollen die auch mit der Bahn aus Eisen,
wie ich, verreisen?
vielleicht im selben Zug –
ui, der Geruch!
Und dann das verdächtige Gepäck!

Ist da drinnen doch nicht Gebäck –
es könnte auch Sprengstoff sein.
Oder es ist ein Dompteur vom Flohzirkus im Abteil.
Der ruft bestimmt bei der Einfahrt in Nürnberg laut „Heil!“
und hat die Tiere nicht im Griff!
Sonst springen sie auf seinen Pfiff
sofort in den Karton zurück.

Aber in Nürnberg rasten sie aus
und gebärden sich schlimmer als jede Laus!
Sie erklimmen im Sturmangriff das Reichsparteitagsgelände
und erheben zum Deutschen Gruß ihre kleinen Hände.
Ja, germanisches Gewissen
rächt sich mit Bissen.

Die Flöhe haben keine feste Adresse,
sie reisen, anders als der Mensch, ohne Mätresse,
sind selbstverständlich von deutschem Blut,
haben aber wenigstens Biss und Mut.

Das geht dann wirklich unter die Haut!
Gott sei Dank sind die kleinen Rächer nicht so laut,
Sie lassen sogar kleine Andenken zurück:
„Heil“ rufen bringt kein Glück!

Drum sollte man eine Minute der Stille im Fahrplan vermerken.
Um bei Menschentransporten Erinnerung zu stärken!
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Kutte wird demnächst in Teil 2 aus der Heimat des Reichstagsbrandstifters Marinus van der Lubbe berichten.

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